…"So könnt ich nicht leben"

Wiedermal eine Gruppe im Gespräch.
Dabei schleicht sich das Thema Beziehung und Beruf ein.
Das Gespräch fällt sofort (wie meißtens) auf ein abwesendes betroffenes Paar.

Die beiden leben zusammen und arbeiten zusammen.
Er hatte sich irgendwann selbstständig gemacht und sie ist mit eingestiegen ,als sie arbeitslos wurde.
Nun verbringen die beiden jede Minute im Beruf und Freizeit miteinander.

Diese Lebensweise stößt bei den meißten in der Gesprächs (Läster) Gruppe eher auf Unverständnis.

Man hört Dinge wie :“ Das kann ja nicht gut gehen“…“Den Partner rund um die Uhr..ne da bräuchte ich Abstand“..“Die Olle immer an der Seite ,da gehen einem doch irgendwann die Worte aus“…“Nein das wäre zuviel, ich brauche auch Raum für mich“.

Ich kenne Paare ,bei denen diese engste Paarbindung bisher gut gegangen ist.
Auch meine Frau und ich hatten eine Phase in der wir uns 24 Stunden am Tag hatten und weder für mich noch für sie war das zuviel und wir haben uns weder oft gestritten noch ist uns der Gesprächsstoff ausgegangen.

Ich kenne aber auch Paare, die sehen sich nur an den Wochenenden wirklich und selbst das scheint schon zuviel.
Geht man die ganze Woche seiner Arbeit nach und lebt eher wie ein Team als wie eine harmonische Beziehung und sieht man sich dan an den Wochenenden ,sieht man zu das man gemeinsam schnell unter Leute kommt ,aus Angst man könnte mit dem anderen in einer unheimlichen Stille feststecken.
Ja ich kenne sogar Paar ,die fahren nichtmal mehr zu zweit in den Urlaub ,weil „er“ einfach Angst davor hat ,was man zu zweit zwei Wochen lang machen soll.
So als wäre nach 2 Tagen alles persönliche gesagt ,was einen noch verbindet.

Wie hier in den beiden Extremfällen scheint es aber irgendwie zwei Ansichten zu geben…die einen brauchen auf jeden Fall ihre Freiheit und ertragen keine 24 Studen-Nähe und die anderen stört das nicht und sie würden sich wahrscheinlich nie so richtig auf den Wecker fallen ,selbst wenn sie wie siamesische Zwillige durchs Leben gehen.

Welche Kategorie ist nun häufiger anzutreffen und welche die Regel und welche eher die Außnahme?

Den einen kann man wohl wünschen ,nie in Rente gehen zu müssen ,damit sie sich nie länger mit ihrem Partner beschäftigen müssen und der anderen Gruppe kann man wohl nur wünschen ,nie ohne den anderen klar kommen zu müssen.

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12 Responses to “…"So könnt ich nicht leben"”

  1. Anonymous sagt:

    Weißt du, ich hatte auch Angst, jeden Tag mit meinem Mann zusammen zu sein, da wir beide arbeitslos kurz vor unserer Rente geworden sind. Die Angst war aber unbegründet. Wir haben jeder unser Zimmer, wo wir uns auch einmal zurückziehen können und z.B. am PC arbeiten. Aber wir verbringen sehr viel Zeit miteinander und das ist sehr schön. Wir haben immer etwas zu bereden, kommentieren, was wir gerade in den Nachrichten gehört haben, machen uns gegenseitig auf bestimmte Schlagzeilen aufmerksam, gehen viel miteinander spazieren oder wir sind auch ganz still, sitzen miteinander im Wohnzimmer oder auf dem Balkon und lesen. Es ist ein schönes Zusammengehörigkeitsgefühl, was sich zwischen uns gebildet hat, „trotz“ dass wir nun jeden Tag 24 Stunden zusammen sind. Ich möchte es nicht missen. Die Arbeit wäre nur ein Eindringling, der sich zwischen uns stellen würde.

  2. Anonymous sagt:

    So ein Quatsch. Du hast es doch schon gesagt, was passiert wenn jemand in Rente geht? Entweder versteht man sich, oder nicht.
    Wer Freiräume benötigt, der wird sich auch so bekommen.
    Das einzige, was ich gelten lassen könnte… die Themen drehen sich privat dann wahrscheinlich auch fast immer um die Arbeit. Und das ist nun wirklich nicht immer wünschenswert.

  3. Moewenherz sagt:

    da bin ich Honks Meinung.
    ENTWEDER man versteht sich, oder eben nicht.
    Ist es eine Beziehung, oder nur ein „ich will nicht allein sein, egal mit wem“ ?
    Ich „kleb“ mit meinem Freund auch zusammen.
    Warum auch nicht? Wenns uns glücklich macht?

    Nähe ist halt so eine Sache..oder?

  4. Wildschoen sagt:

    Ich habe schon beides erlebt. Viel räumliche Nähe, mit und ohne Probleme, die aber auch so entstanden wären, und räumliches Getrenntsein, mit und ohne Probleme, die aber auch so entstanden wären. Man muss es erlebt haben, und ich glaube, beides ist möglich, im Guten wie im Schlechten.

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