Einsamkeit

Im letzten (wenn auch nur kurzen) Urlaub hatte ich ab und zu mal die Ruhe um über bestimmte Sachen nachzudenken.

Irgendwann fielen meine Gedanken auf jenen Freund ,der als Freunde nur noch mich und meine Familie hat ,deren Familie sich eher egoistisch im Leben vertieft von ihm abwendet und der weder Familie,Beziehung,Freunde,Job noch sonst irgendwas hat.

Gerade nach dem Tod meiner Oma habe ich erfahren müssen ,wie angenehm es ist ,Menschen um sich rum zu haben und auf ein funktionierendes soziales Umfeld zu vertrauen und sich in seiner Familie doch irgendwie heimisch zu fühlen.

Wie mag das sein,wenn man völlig allein (bis auf die Ausnahme des Kontaktes zu uns) durch Leben läuft.
Man geht allein durchs Leben und kennt selbst die eigene Familie eher so ,wie man einen Arbeitskollegen kennt.
Zur demografischen Seite oder nach unten hat man weder andere Freunde auf der Alterslinie noch ist die Zukunft von heranwachsenden Kindern gefüllt.

Und selbst er mußte noch vor mir durch den Schlag ,des Todes seiner Oma.
Nur eben fast allein.
Wie muß das sein ,wenn man nur noch ein Seil zur Seite hat und ein wages nach oben zu seinen Eltern und Großeltern und dann stirbt man da oben auch noch weg ,sodass es einem das Gefühl gibt ,das man immer mehr allein sein wird.

Im Leben keine Anlaufpunkte zu haben ,wo man mal wieder hinkann oder ein schweigendes Handy in der kaum eine Nummer gespeichert ist.

Wie lebt man ,wenn man arbeitslos und ohne soziale Kontake ganze Tage verbringt ,ohne auch nur ein Wort gesprochen zu haben oder eine Kommunikation geführt zu haben?

Wie mag das sein ,wenn der Fernseher ,der beste Freund und Unterhalter ist ,den man wahrscheinlich den ganzen Tag laufend gegen die Stille ankämpfen läßt?

Man sagt ja ,der Mensch gewöhnt sich an alles ,aber in diesem Fall kann ich mir nicht vorstellen ,das man sich an Einsamkeit gewöhnen kann.

Ich würde in so einer Situation wahrschleinlich große Angst haben…Angst um meine wenigen verbleibenden Kontakte.

Ich hätte Angst völlig einsam zu enden ,in einer Großstadt von Millionengröße in der aber andere keine Gesichter sind ,sondern Fremde.

Angst davor ,irgendwann könnte man sich nur noch unter Fremden fühlen…wie beängstigend muß sowas sein.

Einigen davon kann man helfen ….viele andere leben schon lange so.

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7 Responses to “Einsamkeit”

  1. Ostderby sagt:

    Manchen kann man nicht helfen. Sie stoßen alle und jeden zurück, das ist so.
    Menschen – Familie und Freunde zu haben – da kann man glücklich sein.

  2. Anonymous sagt:

    Wenn man wirklich Kontakte will, bekommt man welchen. Bei uns im Viertel hat sich z.B. eine Gruppe von Senioren zusammengefunden und Frauen, die alleinerziehend sind. In einem anderen Viertel hier in der Nähe haben sich Menschen mit gleichen Interessen in einem Treffpunkt zusammengefunden. Man muss sich solchen Gruppen nur anschließen wollen. Es gibt sicherlich noch andere Möglichkeiten, man muss nur wollen. Man kann auch mit ehrenamtlicher Arbeit anfangen. Es ist zwar nicht immer einfach, aber irgend etwas wird einen doch interessieren. Wenn nicht, hat man eben Pech, da kann man nicht helfen.

    • Marcothien sagt:

      Du hast recht ,wenn man will kann man jederzeit Kontakte knüpfen..immer.
      Aber es gibt auch Menschen ,die schaffen es nicht diese kleine Hürde zu überspringen….denen kann man einfach nicht helfen.
      In meinem Beispiel ist ne Menge Resignation dabei…das Klammern ans bleibende und dem wegbrechendem hinterhertrauern..aber die Suche nach neuen Ufern…??Fehlanzeige.
      Kann man nichts machen.

  3. webfrank sagt:

    einsamkeit macht auch unsicher,
    unsicherheit macht einsam – ein teufelskreis.

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