Kurze Geschichte über das Leben

Er ging zum Arzt schon mit einem Verdacht.
Doch das was er hörte, war bei weitem nicht das was er erwartet hatte.
Er hat nicht mehr lange zu leben, obs Wochen waren oder Monate, er hat’s nicht mehr gehört.Das Leben ist endlich das steht nun vor ihm wie ein Abgrund.
Er fuhr nach Hause und traf dort nur auf seinen 10 Jährigen Sohn, der wiedermal das Computerspiel dem Gang zur Schule vorgezogen hatte und vom Eintreffen des Vaters sichtlich überrascht war.
Der Vater setzte sich im Morgenmantel in das abgedunkelte Kinderzimmer.
Beide schwiegen.
Bisher lief sein Leben so glatt.Karriere, Geld und Macht und nun merkt er das das alles innerhalb von Minuten völlig bedeutungslos werden kann.
Die Distanz zu seinem Sohn schmerzt nun so, das er sein Todesurteil fast vergessen hat.
„Papa wird sterben“ haucht er in den zur Stille verdammten Raum.
„Das müssen wir alle“ antwortet der Sohn mit einer ignoranten Stimme, als wenn er den Inhalt der Aussage gar nicht an sich ran ließ.
Der Vater erklärt seine Situation.
Vater und Sohn kommen stockend ins Gespräch.
Den ganzen Tag verbringt der Vater in dem Kinderzimmer seines Sohnes, das Gespräch zwischen den Beiden wird immer tiefer und ehrlicher.
Eine Offenbarung von Vater und Sohn über die Dinge des Lebens über den Irrglauben immer gewußt zu haben, auf was es im Leben ankommt.
Geschichten aus der Kindheit des Vaters und erkennbare Vergleiche zwischen Vater und Sohn.
Die Szene zwischen den beiden will nicht enden, als dann alles aus ihnen heraussprudelt, was solange unterdrückt und beiseite geschoben wurde.
Nach dem Tag voller Gespräche kann keiner der beiden mehr in sein altes Leben zurück kehren.
Am Abend ist der Vater fast schon dankbar über seine Diagnose, die ihn nun gezwungen hat, alles im Leben zu klären, was wirklich wichtig ist.
Ohne diesen Tag hätte er weitergemacht den falschen Idealen und Prinzipien hinterher zu laufen.
Er fühlt nun das starke Bedürfnis ,das Wollkneul seines Lebens zu entheddern und sich dem wirklich wichtigem zu widmen.
Alles was gestern noch von Bedeutung war, ist heute relativ.
Vater und Sohn haben endlich ihre Verbindung wiedergefunden.
Für den Sohn ist es ein Gefühl, das Papa ihm doch verbunden ist, für den Vater ist das Leben einfach nur endlich.
Immer endlich und fast immer früher als man erwartet.
Für alle bleibt nur Restzeit.
Wieviel ist egal, nur nicht, für was man diese Restzeit verwendet.

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