Sammler

Der Mensch ist ja bekanntlich ein Sammler und Jäger.
Jeder sammelt ja irgendwas.
Gestern Abend mußte ich mir zwangsläufig Gedanken über den Sinn des Sammelns Gedanken machen.

Ich habe eine riesige Mp3-Musiksammlung.
Alles was mir als CD in die Hände fällt wird eingelesen und abgespeichert, selbst wenn 95 Prozent davon wahrscheinlich nie hören werde.
Selbst wenn ich jeden meiner Musiktitel noch einmal im Leben hören will, sollte ich auch mal so langsam anfangen.
Und dazu ändern sich noch die Zeiten in der Musik (ob nun blip.fm oder youtube) auch immer spontan verfügbarer wird.

Ich sammle C64 Spiele als PC-Emulator-Version.
Vielleicht 100 davon kenne ich, die restlichen 2000 sind mir unbekannt und werde sie also (wenn dann überhaupt aus Nostalgiegründen) nie starten.Aber immer schön sammeln.

Fotos und Videos.
Alles was so um mich rum passiert wird in dichten Folgen abfotografiert oder abgefilmt.
Egal ob sich die Szenes des Lebens ja im Alltag wiederholen oder nicht.Kamera ist immer dabei.
Nun habe ich nicht vor mein Leben mal als Soap senden zu lassen und habe mir bis heute auch nur die Videos rausgekramt die bekannte Ereignisse inne haben.
Selbstgedrehte DVDs mit dem Namen „Alltag Mai 2004“ rotten da vor sich hin.

Umso größer die jeweilige Sammlung wird umso mehr kristallisieren sich auch die wenigen wichtigen Dinge der Sammlung raus auf die man immer zurückgreift.Der Rest ist unwichtig.
So unwichtig das es mir erst auffällt wenn ich mal eine DVD nach langer Zeit hinter einem Kinderbett wiederfinde, die ich bisher nicht vermißt hatte, nichtmal wußte das ich das überhaupt gefilmt habe.
Soviel wie ich filme werd ich wohl irgendwann an den Punkt kommen, das ich meine Filme nichtmal mehr hintereinander angucken kann, selbst wenn ich nur noch die eigenen Familienvideos gucken würde.
Und es sind doch immer wieder die gleichen Szenen aus der Vergangenheit an die man sich immer wieder von selbst erinnert die man dann nochmal als Film sehen will.
Es sind auch immer die gleichen Lieder, die eine persönliche Bedeutung haben, die man da immer wieder rauskramt.

Bisher kam ich noch nicht dazu irgendwas zu hören was ich mal vor Jahren gesammelt habe.
Die digitale Welt macht einem das Sammeln natürlich leichter denn mit 1 Gigabyte Datenmüll fällt man eben weniger auf als mit einer Tonne Realmüll.

Es geht wahrscheinlich um die Macht der theoretischen Möglichkeit.
Man lebt mit dem Wissen jederzeit auf alles gesammelte im Bedarfsfall zugreifen zu können.
Am besten direkt ohne Zeitverlust.

So schnell werd ich wohl dsa Erbe der Evolution nicht los.

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No Responses to “Sammler”

  1. Anonymous sagt:

    Ich sammel eigentlich gar nichts. Ganz im Gegenteil, ich versuche täglich, mich gegen den Sammeltrieb meiner Familie zu wehren.
    Wir sammeln zwar keine Unmengen an Daten, aber ein leerer Karton einer Festplatte aus dem Jahr 1989, ein Reparaturanleitungsbuch für einen Opel Kadett, BJ. 74- 76, 24 kg Überraschungseiüberraschungen und 7.425 dazugehörige gelbe Plastikeier würden bei uns noch herumlungern, wenn ich sie nicht irgendwann entsorgt hätte…

  2. Anonymous sagt:

    Cool. Du bist ein Daten-Messie! :))

  3. Marcothien sagt:

    Lach.Vielleicht sollten wir einfach alle nur Erfahrungen sammeln

  4. Anonymous sagt:

    Das tun wir ja sowieso – und das geniale ist ja, dass unser Hirn die alle von ganz alleine sortiert.